.:Painting a Miracle:.
raindrops falling...




Eine Schreibmaschine ist ein Gedankenklavier...
Welches Lied spielen wir heute?
(Kurt Tucholsky)



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Wenn ich die
Geschichte in Worten
erzählen könnte, brauchte ich
keine Kamera herumzuschleppen.
(Lewis W. Hine)

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Ich bin Student, holt mich hier raus!

Habe ich schon einmal erwähnt, dass es unmenschlich und grausam ist, morgens um acht Uhr Physikvorlesungen anzubieten? Ich möchte fast behaupten, dass das die modernen Foltermethoden des einundzwanzigsten Jahrhunderts sind, wobei die Chemievorlesung um neun auch nahe dran kommt. Aber zurück zu Physik. Der kahle Hörsaal ist riesengroß und trotzdem zum Bersten gefüllt mit Studenten; die, die zu spät kommen haben das Pech, auf den Treppenstufen sitzen zu müssen. Draußen ist es dunkel, kalt und diesig, innen ist es stickig und voll. Jetzt habt ihr schon mal den ersten Eindruck gewonnen [übrigens liegt die Physik gaaaaaaaaaaaanz am oberen Ende vom Campus, es geht steil bergauf wenn man nach der Vorlesung zur nächsten hechten muss und man fährt fast zehn Minuten bis zum Hauptgebäude. Das wichtigste an dieser Tatsache ist, dass man demnach früher von zuhause losfahren muss, um rechtzeitig dort zu sein – und einen Platz zu ergattern], aber es kommt ja noch viel besser!
Es gibt ja leider nicht nur die Studentenschaft in diesem Raum, das wäre ja noch zu ertragen. Aber nein, da gibt es noch den Prof [hab seinen Namen verdrängt], und der ist... ich finde wirklich kein Wort, um ihn zu beschreiben. Jedenfalls ist er schon so furchtbar, dass ich fast mitleid mit ihm habe. Könnte mir sogar vorstellen, dass er als Mensch gar nicht mal so schlimm ist, aber als Dozent kann man ihn echt zum Mond schießen. Klein, etwas verhutzelt und irgendwie hilflos wirkt er, wenn er hinter seinem riesigen Pult steht, das sich über die gesamte Querseite des Hörsaals erstreckt, und irgendetwas vor sich hinnuschelt, von dem man – rein akustisch – erst mal nur knapp 50% versteht. Er hat zwar ein Mikrofon zum Umhängen, aber irgendwie hat er wohl noch nicht ausgetüftelt wie man damit Lautstärken einstellt, also brabbelt er sich irgendwas zusammen und der Student an sich, noch benebelt und müde weil fast noch mitten in der Nacht, muss sich höllisch anstrengen um überhaupt irgendetwas von seinem Gefasel mitzubekommen. Da kommt es schon mal vor, dass man nicht die geringste Ahnung hat, wie er von optischen Täuschungen über die französische Revolution und die darin geforderte Gleichheit zur Lichtgeschwindigkeit kommt, und das innerhalb von knapp fünf Minuten – was um diese Uhrzeit wirklich schon fast der Lichtgeschwindigkeit entspricht. Ich bin mir jedenfalls nicht einmal sicher, ob er selbst weiß, wovon er da redet, aber ich bin wirklich froh, dass ich in Physik nur einen Teilnahmeschein benötige und keine Klausur schreiben muss!

Anschließend hetzt man völlig gestresst obwohl noch nicht wirklich wacher als vorher gefühltermaßen durch halb Kiel zur Chemie [gut, das ist natürlich übertrieben, aber es kommt einem so vor], wo einen ein Ansturm erwartet, der auch nicht mehr feierlich ist und eher an den Sommerschlussverkauf erinnert, oder diese Pilgerfahrten, bei denen alle naselang hunderte Menschen zu Tode getrampelt werden. Natürlich ist der Hörsaal bereits so gut gefüllt, dass man froh sein kann wenn die Leute sich nicht noch stapeln müssen, und dann fängt es auch schon an.
Der Prof scheint wenigstens um einiges aufgeweckter zu sein als sein Kollege von der Physik, auch die Vorlesung selbst ist besser durchstrukturiert, mit Powerpoint, Versuchen und dergleichen, aber wenn man zum fünften Mal vorgeführt bekommt, welch superfantastischgeniale Auswirkung Sauerstoff auf ein glimmendes Stäbchen hat [es entzündet sich wieder], wirkt es irgendwie nicht mehr so spektakulär. Und dass der liebe Herr K., Assistent vom Prof, ständig das Licht an und ausmachen muss wegen Tafel und Powerpointpräsentation, sowie die verschiedenen Gase in der Luft, machen einen doch irgendwie schläfrig. Sobald das Licht wieder einmal ausgeht merke ich, wie sich meine Lider senken als hätte jemand Bleikügelchen drangehängt. Entsetzlich. Und das alles morgens, von acht bis zehn, dreimal die Woche. Halleluja!

Das musste ich mir jetzt mal von der Seele reden, ansonsten hab ich erst mal nicht viel zu erzählen. Aber ich will noch mal auf die Wohnungsfotos hinweisen, die ihr unter Moment.aufnahme findet.

EDIT: Ich hab euch das ganze mal auf dem Uniplan eingezeichnet. Entschuldigt die krakelige Schrift, es ist nicht so leicht am Pc zu schreiben ^^

[mood:] extremely tired
[musik:] Freddie Aguilar - Anak
24.10.06 11:38
 



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